Vier Wendepunkte für die Chemieindustrie
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Vier Wendepunkte für die Chemieindustrie – Die globale Chemieindustrie gilt als einer der stabilsten Sektoren der Weltwirtschaft. Angesichts der Umbrüche, mit denen Unternehmen jeder Größe konfrontiert sind, befindet sich auch dieser Sektor im Wandel. Ein aktueller Bericht von Arthur D. Little hebt hervor, dass sich Unternehmen der Chemiebranche auf vier Schlüsseltrends konzentrieren, um ihren zukünftigen Wert zu steigern.
Die Chemieindustrie verzeichnet aufgrund der steigenden globalen Nachfrage ein starkes Wachstum. Im vergangenen Jahrzehnt war die Zahl der Fusionen und Übernahmen in diesem Sektor mit 500 bis 650 Transaktionen relativ konstant. Obwohl 2018 eher ruhig begann, stieg die Anzahl der Transaktionen in jedem Quartal an, was zu einem leichten Wertzuwachs auf 62,3 Milliarden Euro führte, nachdem sich der Sektor von einem Rückgang von über 129 Milliarden Euro zwischen 2016 und 2017 erholt hatte.
Wertschöpfung sichern
Die bemerkenswerte Stabilität dieses Marktes beruht auf der beeindruckenden Erfolgsbilanz der Wertschöpfung in der Chemieindustrie. Selbst während der Finanzkrise übertraf dieser Sektor andere deutlich und erzielte eine wesentlich höhere Wertschöpfung. Eine Investition von 86 Euro im Telekommunikationssektor im Jahr 2000 hätte 2018 lediglich 141 Euro eingebracht, während dieselbe Investition im Chemiesektor über 430 Euro wert gewesen wäre.

Vier Transformationspunkte
Der Besitz bedeutender Vermögenswerte in der Chemieindustrie ist kein Hindernis für die Erzielung hoher Renditen. Allerdings ist auch dieser Sektor nicht immun gegen die disruptiven Veränderungen, die derzeit weltweit stattfinden. Laut einer Analyse der Arthur D. Little-Forscher Michael Kolk, Koji Uchida und Marc de Pater muss die Chemieindustrie die Konvergenz von vier unabhängigen Trends nutzen:
– Digitale Technologien;
– Technologietransfer zwischen Branchen;
– Neue Managementansätze;
– Innovative Geschäftsmodelle, um deren disruptives Potenzial für zukünftiges Wachstum auszuschöpfen.
Digitale Technologie
„Digitale Technologie stellt eine Bedrohung für jedes Unternehmen dar, das Innovationen nutzt, um sich von Standardprodukten abzuheben“, warnte Michael Kolk, „es sei denn, es reagiert schnell. Was wäre, wenn Unternehmen wie Amazon oder Google in der Lage wären, für jeden Kunden sofort die optimale Rezeptur für Beschichtungen, Waschmittel oder Kunststoffe zu berechnen? Der Vorteil liegt jedoch darin, dass die digitale Technologie zwar nicht von Chemieunternehmen dominiert wird, ihr Wert aber in ihrer Anwendung auf die komplexen chemischen Prozesse liegt, die nur Chemieunternehmen wirklich beherrschen.“
Erhebliche Vorteile
Trotz der bevorstehenden Herausforderungen können die Vorteile erheblich sein. Arthur D. Little argumentiert, dass sich die Erfolgsquote innovativer Projekte mit den richtigen digitalen Lösungen verdreifachen kann. Rund 90 % der Chemieunternehmen betrachten digitale Innovation als transformativ, und sie unterstützt andere wichtige Trends, indem sie die Lösungsoptimierung in allen Geschäftsbereichen ermöglicht.
Technologietransfer
In chemienahen Branchen ist ein deutlicher Aufschwung molekularer Technologien zu verzeichnen. Laut Bericht experimentieren Unternehmen wie AkzoNobel mit intelligenten Materialien oder erforschen innovative Funktionalitäten wie selbstreinigende und selbstheilende Beschichtungen.
Synthetische Biologie
Kolk nennt die synthetische Biologie als Beispiel für die Möglichkeit, Produkte zu entwickeln, die sich industriellen Anwendungen annähern und Vorteile hinsichtlich Produktivität, CO₂-Bilanz, Ressourcenflexibilität und der Ablösung gefährlicher Prozesse bieten. Dies war der Anstoß für Cargill, die Fermentationstechnologie von OPX Biotechnologies zu übernehmen.

Neue Managementansätze
Neben technologischen Fortschritten sind neue Ansätze im Innovationsmanagement unerlässlich. Ohne diesen Wandel kann das Potenzial neuer Technologien verloren gehen. Eine ganzheitliche Innovationsstrategie, die sich an tatsächlichen Geschäftsbedürfnissen und nicht an der Angst vor dem Abgehängtwerden orientiert, gewährleistet die Zusammenarbeit mit Startups, Innovationsökosystemen und die Nutzung externer Inkubatoren.
Ganzheitliche Betrachtung
Kolk merkt an: „Wir beobachten, dass Unternehmen alle möglichen Innovationsinstrumente, wie Forschung und Entwicklung, Partnerschaften und Fusionen, ganzheitlich betrachten. Diese Instrumente werden strategisch eingesetzt, um Geschäftsziele zu erreichen. Bei Arthur D. Little haben wir mithilfe des „Breakthrough Incubator“-Ansatzes, einem „Build-Operate-Transfer“-Modell, das sich auf bahnbrechende Innovationsmöglichkeiten konzentriert, interessante Projekte entwickelt.“
Neue Geschäftsmodelle
In der Chemieindustrie wurde die Innovation von Geschäftsmodellen lange Zeit primär als konzeptionelle Angelegenheit und weniger als strategische Notwendigkeit betrachtet. Mit wenigen Ausnahmen gewinnt diese Form der Innovation jedoch zunehmend an Bedeutung, da Umicore die Vorteile der jahrelangen Optimierung seines Geschäftsmodells mit zwei Umsatzströmen erkennt. Mehrere interessante neue Ansätze zeichnen sich ab und sind branchenführend.
Molekülleasing
Kolk erklärt: „Ein Beispiel hierfür ist das Konzept des ‚Molekülleasings‘, bei dem ein Chemieunternehmen das Eigentum an seinen Produkten behält, solange diese von Kunden genutzt werden. Dadurch entsteht eine geschlossene Kreislaufwirtschaft, die in einer kohlenstoffarmen Welt zur Norm und nicht zur Ausnahme werden sollte. Dieses Modell wurde zunächst in spezifischen Nischenmärkten wie Edelmetallkatalysatoren eingeführt, hat aber das Potenzial, durch neue oder verbesserte Technologien breiter angewendet zu werden.“
Quelle: Consultancy.uk
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